1. Mannschaft
NRW-Liga
Neues von unserer 1. Mannschaft
Erste Mannschaft erkämpft Sieg in Solingen
Markus Kauch
Am Sonntag waren wir im Schachzentrum der Solinger SG bei deren Drittvertretung zu Gast. In Sachen Elo waren wir an den meisten Brettern leicht favorisiert.
Von Beginn an zeichnete sich ein harter Kampf ab, mit weiterem Spielverlauf zogen für uns sogar dunkle Wolken auf. Nach einem Remis an Brett 5 von Armin Meyer konnte zunächst Yaroslav Bilenko dem Druck seines erfahrenen Gegners nicht mehr standhalten. Die Schwarzpartie war schon aus der Eröffnung heraus in schwierige Gewässer geraten.
Markus Roth traf mit Schwarz auf einen gut präparierten Gegner. In der Katalanischen Eröffnung spielte dieser eine Nebenvariante, die Markus zeitweise einen Tripelbauer auf der c-Linie einbrachte. Es gelang Markus nicht, im Variantendschungel mit seinen Figuren dauerhaft genügend Gegenspiel zu erhalten. Er kämpfte zwar zäh, musste sich aber zum zwischenzeitlichen 2,5:0,5 für Solingen geschlagen geben.
Gergely Mann spielte bestens präpariert eine moderne Variante im Wolga-Benko Gambit, welche ihm mit dem typischen Gegenspiel auf der halboffenen a- und b-Linie zwar sicheren Ausgleich brachte, jedoch aufgrund der sicheren Spielweise des Gegners auch nicht mehr. Die Luft wurde nach dem Remis und dem Stand von 3:1 dünner.
Bei den laufenden Partien nahte langsam die Zeitkontrolle zum 40. Zug und überall war noch alles drin. Zuerst gelang es Markus Kauch, seinen jungen Gegner in einer taktisch geprägten Stellung zu einem Fehler zu verleiten. Anstatt einen Läufer oder einen hängenden Turm zu schlagen, konnte Markus einen zur Verteidigung wichtigen Springer mit seinem Turm nehmen, wonach Matt unausweichlich war und der Gegner die Uhr abstellte.
Kurz darauf war es wieder einmal der in dieser Saison sehr stark spielende Aleksej Litwak, der mit Weiß im Sizilianer Kontrolle im Zentrum und am Königsflügel hatte. Er ging im entscheidenden Moment unnötigen Komplikationen aus dem Weg und wickelte in ein Turmendspiel mit zwei Mehrbauern ab, das er souverän zum Sieg und zum zwischenzeitlichen Ausgleich zum 3:3 verwertete.
Bei den beiden noch laufenden Partien an den Spitzenbrettern waren bei den Spielern und Zuschauern die Nerven bis zum Zerreißen gespannt. Jürgen Kaufeld hatte im Mittelspiel mit den weißen Steinen auf Kosten einer Qualität einen Bauern vor dem unrochierten König tief in gegnerischem Gefilde auf dem Feld e7 eingepflanzt und mit seinen Figuren sicher gedeckt. Dieser Bauer wirkte wie ein Pfahl im Fleische und ermöglichte Jürgen naturgemäß, mit seinen Figuren Drohungen auf der Grundreihe und auf den Feldern rund um den König aufzustellen, die der Gegner letztlich nicht mehr parieren konnte. Das umjubelte 3:4 sicherte uns bereits einen Punkt.
Jetzt kam es auf Michael Coenen an Brett 2 an. Oberflächlich betrachtet schien er in einem Endspiel Turm und Springer gegen Turm und Läufer des Gegners angesichts der zwei Minusbauern Probleme zu haben. Michael hatte mit ausgezeichnetem Positionsverständnis aber die schlechte Koordination der gegnerischen Figuren ausgenutzt und drohte sogar mit dem König ins gegnerische Lager einzudringen und einen Mattangriff zu starten. Er hatte den Gegner damit ins Wanken gebracht, so dass dieser schließlich Remis anbot, welches Michael mannschaftsdienlich annahm. Damit war ein spannender Kampf zu Ende und Werden war mit dem 3,5:4,5 der glückliche, aber verdiente Sieger!