Schachfreunde Essen-Werden 1924/80 e.V.

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Aktuelles von den Schachfreunden Essen-Werden

Werdener Eichhörnchen sammelt eine halbe Nuss zu wenig

Marcus ter Steeg

Im Duell 1. gegen 2. in der Verbandsklasse standen sich die Mannschaften der SF Werden 2 und SV Bottrop gegenüber. Im Falle eines Sieges hätte der Tabellenführer aus Werden den Vorsprung auf zwei Mannschaftspunkte ausbauen und einen riesigen Schritt Richtung Aufstieg in die Verbandsliga machen können.

Im Schach wird das Partieergebnis „Remis“ manchmal nicht so hochgeschätzt – schöner sind natürlich Siege. In Mannschaftskämpfen bedeuten sehr viele Remisen, dass das jeweilige Team sich wie ein Eichhörnchen beim Nüsse sammeln nur in sehr kleinen mühsamen Schritten der 4-Punkte-Marke nähert, die in der Endabrechnung zumindest einen Punkt in der Tabelle bedeuten würde. An diesem Sonntag in Bottrop hätten die Werdener am Ende aber sehr gerne ein derartiges Remis mehr in ihren Kobel mitgenommen.  

Ganz der Eichhörnchen-Strategie entsprechend gingen zunächst die Partien von Tobias Bury, Herbert Lohaus und Maximilian Weimann remis aus. Zwischenstand also 1,5:1,5.

Tobias hatte kurz nach der Eröffnung eine sehr gute, aktive Stellung, allerdings einen Bauern weniger. Der Bottroper war vor diesem Spieltag der Topscorer seines Teams und auch klarer DWZ-Favorit in der Partie, was Tobias nach etwa 1:50h Spielzeit dazu bewog, dessen Remisangebot anzunehmen. Herbert Lohaus war dankenswerter Weise als Ersatz aus der 4. Mannschaft der Werdener eingesprungen. Seine Partie verlief ereignisreich. Er hatte mit den schwarzen Steinen spielend eine Qualität weniger, was durch einen dafür erhaltenen Bauern und einen starken Springervorposten aber ausgeglichen wurde. Am Ende eine souveräne Punkteteilung.

Maximilian Weimann hatte bei seinem Debüt in der 2. Mannschaft als Weißer einen offenen Sizilianer auf dem Brett, der nach dem typischen Springersprung nach d5 unter Opferangebot auch recht feurig wurde. Der Angriff drang jedoch nicht durch und Maximilian einigte sich mit dem starken Bottroper Spieler am Spitzenbrett auf Remis.

Jens Rehfeldt spielte mit Weiß strikt in eine Richtung, nämlich hin zum schwarzen König. Dem wurde es im Partieverlauf nach Linienöffnung immer luftiger; Jens konnte überzeugend gewinnen und seine Mannschaft mit 2,5:1,5 in Führung bringen. 

Benjamin Zaschke erwischte diesmal keinen so guten Tag und verlor leider seine ordentlich stehende Partie im Endspiel.

Marcus ter Steeg brachte die Werdener dann aber wieder ganz nah heran an die besagte in Mannschaftskämpfen so bedeutsame 4-Punkte-Marke. Er konnte aus dem holländischen Stonewall-Aufbau seines Kontrahenten nach und nach kleine Steinchen herausschlagen, einen Bauern gewinnen und den dann im Endspiel nach Hause schaukeln.

Bei dem nunmehrigen Spielstand von 3,5:2,5 für Werden musste die Entscheidung in den beiden noch laufenden Partien von Stefan Hütte und Christian Diesing fallen. Stefan verteidigte an Brett 2 gegen den favorisierten Bottroper mit Schwarz lange Zeit gut und gewohnt zäh. In einem Endspiel mit gleichfarbigen Läufern konnte der Bottroper dann letztlich aber doch einen entscheidenden Durchbruch seiner Bauern finden und die Partie gewinnen. – Zwischenstand: 3,5:3,5.

Christian hatte am Königsflügel mit Schwarz vielversprechendes Spiel entwickelt. Allerdings verschachtelte sich dort letztlich die Bauernstruktur vollständig, ohne dass er noch eine Durchbruchsmöglichkeit hatte. Im Zentrum konnte sein Gegner ein Übergewicht erzielen, diesen Vorteil ausbauen und die Partie nach fast fünf Stunden Spielzeit schließlich gewinnen. 

Eine halbe kleine Nuss fehlte dem Werdener Team also am Ende, um die Tabellenführung zu behaupten. Am Ende der Saison könnte möglicherweise aber auch Platz 2 reichen, um den Aufstieg in die Verbandsliga zu schaffen. Für dieses Ziel kommt es direkt in der nächsten Runde am 8. März zu dem wichtigen Duell Zweiter gegen Dritter, wenn die Werdener die Mannschaft von Hervest Dorsten empfangen. 

Werden IV kann noch gewinnen!

Man of the Match: Jupp Rother

Heute waren wir zu Gast bei Holsterhausen II, nominell deutlich über uns bewertet, in der Tabelle vorne, wir auf einem Abstiegsplatz. Nach zahlreichen sehr knappen Niederlagen, war das Glück (?) heute auf unserer Seite.

Völlig frei von Zufällen stand es schon nach 17 Zügen in der Partie von Konrad Händler 1:0, sein Gegner hatte einem fulminanten Königsangiff nichts entgegenzusetzen, verlor am Ende durch eine Springergabel. Konrad steht jetzt bei beängstigenden 6 aus 6!

Herbert Lohaus verteidigte sich skandinavisch und geriet schnell wie gewohnt in positionelle Fahrwasser, holte den halben Punkt. Ralf Lange verlor im Mittelspiel nach einem übersehenen Zwischenschach einen Bauern, hatte zwar das Läuferpaar, am Ende aber nicht genug Kompensation: 1,5:1,5. Dietmar Lorenz kam aus der Eröffnung mit überlegener Stellung, verlor aber im Endspiel eine Figur und gab auf. Lutz Isenberg stand die ganze Partie über massiv unter Druck, sein Gegner bot besser stehend, aber mit nur noch minimalem Zeitpolster, Remis an: Zwischenstand 3:2 für Holsterhausen.

Jupp Rother bot seinem Gegner schon früh in der Partie Remis an, vielleicht auch weil die Räumlichkeiten in der Gemarkenstraße inakzeptabel kalt waren. In der Folge spielte Jupp hoch konzentriert eine beeindruckende Gewinnpartie. Er wird mir das übelnehmen, wenn ich hier auf sein Alter verweise, aber vier Stunden Schach bei gefühlten 16 Grad sind eine ganz besondere Leistung für unser mit Abstand ältestes Teammitglied.

Dirk Weber lieferte sich einen auch fast über die volle Distanz dauernden Kampf auf Augenhöhe gegen seinen sehr starken Gegner (4,5 aus 5 bisher in der Liga). In großer Zeitnot auf beiden Seiten einigte man sich auf ein Remis in ausgeglichener Stellung.

Es stand nun 3,5:3,5. Ralf Eiberger konnte seinen Gegner in der letzten noch laufenden Partie mit einem Colle-Aufbau positionell zum Endstand 4,5:3,5 für Werden IV ausmanövrieren.

Endlich also einmal wieder ein gewonnener Mannschaftskampf, wichtige Punkte im Abstiegskampf!

3. Jugendmannschaft ist Meister in der Verbandsklasse 2

Gestern fand die letzte Runde der diesjährigen Jugendverbandsligen statt. Unsere 3. Mannschaft war letzte Saison in die Verbandsklasse aufgestiegen. Nach vier Mannschaftssiegen in Folge standen wir bereits vor der Runde als Meister fest. In der Schlussrunde hatten wir die 3. Mannschaft unserer Nachbarn aus Mülheim zu Gast. Die Mülheimer, die vor der letzten Runde noch Abstiegssorgen hatten, traten entsprechend stark gegen uns an. Wir hingegen hatten durch den kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfall von Daniela sogar noch Aufstellungsprobleme. Glücklicherweise konnte Benjamin kurzfristig einspringen, sodass wir mit einem kompletten Team antreten konnten. Als erstes wurde die Partie an Brett 4 entschieden. In seinem 1. überregionalen Einsatz hatte Benjamin es direkt mit einem sehr starken Gegner zu tun. Im Spielverlauf erarbeitete er sich mehrere gute Chancen, die er aber leider nicht nutzen konnte. Am Ende triumphierte der routiniertere Spieler aus Mülheim. Arne hatte am 3. Brett ebenfalls ein schweres Los gezogen. Bereits früh in der Partie griff Arne daneben und der Gegner konnte zwei Bauern einsammeln. In der Folge bemühte er sich um Gegenspiel, konnte aber schlussendlich den Gegner nicht daran hindern, in ein gewonnenes Endspiel einzulenken. Der Rest ging dann schnell. 0 – 2 das sah bis hierhin gar nicht gut aus. Als nächstes endete dann die Partie von Jonathan. Nachdem die Partie lange ausgeglichen stand, nutze Jonathan dann einen großen Fehler des Gegners und konnte entscheidendes Material gewinnen. Danach ging es schnell. Anschlusstreffer. Als letztes spielte dann noch Viktor. Bereits früh in der Partie konnte Viktor eine Leichtfigur für einen Bauern gewinnen. Musste in der Folge aber erst noch für die Koordination seiner Streitkräfte sorgen. Nach dem Tausch der Damen und eines Turmpaares setzte sich dann aber die Mehrfigur durch. 2 – 2. Mit einem Unentschieden konnten wir unseren 4 Punktevorsprung auch in der Schlusstabelle behaupten.

Instruktives Training mit FM Jürgen Kaufeld

Eine zentrale Grundlage des erfreulichen sportlichen Erfolgs unserer Mannschaften ist sicher auch das hier regelmäßig angebotene Training. Gestern Abend führte Jürgen Kaufeld sehr instruktiv durch einige in der Praxis hochrelevante Bauernendspiele. Der nächste Trainingsabend findet am 27. Februar statt.

Das waren alle Beiträge von den Schachfreunden Werden.
Das waren alle Beiträge von den Schachfreunden Werden.

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