Markus Kauch
Am letzten Spieltag der für uns insgesamt erfreulich verlaufenen NRW-Liga Saison hatten wir am Sonntag die 2. Mannschaft des Aachener Schachvereins zu Gast. Für uns stand praktisch der 3. Tabellenplatz fest, während Aachen im gesicherten Mittelfeld stand. So konnten beide Mannschaften ohne Druck locker aufspielen.
An den ersten beiden Brettern neutralisierten sich die Gegner schnell und bald vereinbarten Jürgen Kaufeld und Michael Coenen – letzterer spielte, auch nicht alltäglich, gegen einen Namensvetter – mit ihren Gegnern ein Remis. Die weiteren Partien waren für längere Zeit auf Messers Schneide. Aleksej Litwak war in einer scharfen Sizilianischen Stellung mit seinem schwarzen König in der Brettmitte verblieben. Der Bauernansturm des Gegners riss Felderschwächen um den Monarchen auf, die sich letztlich als spielentscheidend erwiesen.
Markus Kauch konnte an Brett 7 mit der listigen O’Kelly Variante im Sizilianer leichte positionelle Vorteile im frühen Mittelspiel erreichen, die er nach und nach ausbaute. Im Turmendspiel waren die vom König unterstützten verbundenen Freibauern übermächtig und brachten den auf der Grundreihe festgenagelten König des Gegners zur Strecke.
Gergely Mann blieb es vorbehalten, die zwischenzeitliche 3:2 Führung zu erspielen. Nachdem der Gegner mit seinen Türmen am Damenflügel zu unentschlossen agierte, führte Gergely eiskalt am Königsflügel den entscheidenden kombinatorischen Schlag aus und zwang den Gegner zur Aufgabe. An Brett 8 lieferte sich Yaroslav Bilenko mit seinem Gegner von Beginn an ein scharfes und unkonventionell geführtes Duell. Nachdem die taktischen Verwicklungen spektakulär verraucht waren, ergab sich ein materiell und positionell ausgeglichenes Endspiel, welches bald zu einem Friedensschluss führte.
Markus Roth hatte an Brett 6 seine Partie lange überlegen geführt, konnte seinen zäh verteidigenden Gegner im Mittelspiel jedoch nicht zu Fall bringen. Markus gewann zwar eine Qualität, verlor am Ende aber all seine Bauern und so ergab sich ein Endspiel mit Turm gegen Springer und 2 verbundene Bauern, das sich vermutlich in einer Enzyklopädie finden wird. Die Stellung war theoretisch Remis, aber erforderte genaues Manövrieren des Turms, um das entscheidende Vorrücken der Bauern zu hemmen. Leider griff Markus an einer Stelle fehl, in dem er die Fesselung des Springers auflöste und so die Bauern des Gegners mit Unterstützung des Springers entscheidend vorrücken konnten.
Somit stand es 3,5 zu 3,5 bei einer noch laufenden Partie von Armin Meyer. Armin hatte lange ein Turmendspiel mit einem Minusbauern zu verteidigen und in Windeseile verwandelte sich die Stellung in ein Damenendspiel mit Minusbauern. Da Armins Freibauer jedoch etwas weiter vorgerückt war, lehnte er sogar zwischenzeitlich Remis ab, musste aber letztlich doch einem friedlichen Partieausgang zustimmen, der auch das Unentschieden im Mannschaftskampf bedeutete. Der 3. Platz mit 12:6 Mannschaftspunkten ist bislang unsere beste Platzierung in der NRW-Liga und kann sich absolut sehen lassen. Mal sehen, was die nächste Saison bringen wird.