Vor dem Spiel hatte ich die Gastgeber als Favorit angesehen, hatten sie doch in der ersten Runde unsere Achte geschlagen. Außerdem mussten wir zwei wichtige Spieler ersetzten. Das Spiel begann dann allerdings gut für uns: Unser Gegner konnte ein Brett nicht besetzen, somit gingen wir in Führung. Vielen Dank an Max, der die ganze Spielzeit geduldig auf seine Rückfahrmöglichkeit wartete. Peter baute dann die Führung aus. Allerdings kostete mich sein Sieg einige Nerven, spielte er doch die ersten 22 Züge in sagenhaften fünf Minuten. Tim ließ sich vom vehementen Angriff seines Gegners auf seinen König zu stark beeindrucken und verpasste den Zeitpunkt, die Stellung vorteilhaft für sich zu öffnen. Aber unser Vorsitzender stellte den alten Abstand schnell wieder her. Sein Gegner griff ebenfalls sofort mutig an, hatte allerdings noch seinen König im Zentrum positioniert. Das nutzte Till aus, ein früher Offiziersverlust war die Folge. Anschließend gelang es ihm, mittels Mattführung kompliziert aber schön zu gewinnen. Nun war nach ca. zwei Stunden das Unentschieden schon sicher. Aber unsere Spitzenbretter wollten mehr. Arne häufte in einem ausgeglichenen Mittelspiel immer mehr kleine Vorteile an. Erst viel ein Bauer beim Kupferdreher, dann zwei… Nachdem Arne die Stellung stark vereinfacht hatte und inzwischen drei Mehrbauern besaß, wollte sein Gegner sich das Ende nicht mehr zeigen lassen. Die vielleicht schönste Partie des Tages spielte Benjamin an Brett 1. Auch hier gab es ein zunächst ausgeglichenes Mittelspiel. Ich hatte Sorge, dass Benjamin hier keinen langfristigen Plan in schwieriger Situation finden würde. Aber das war unbegründet. Er gewann zunächst die Initiative und später einen Bauern. Diesen Vorteil konnte er bis zum Partieende festhalten. Einen Zug vor dem Matt gab sein Gegner dann auf.
Von Stefan Eggebrecht