Schachfreunde Essen-Werden 1924/80 e.V.

SFW 9 verteidigt erfolgreich Tabellenplatz 2 in der Breitensportliga

Rudi Zannoni

Geschwächt durch mehrere Krankmeldungen konnte die Neunte zum letzten Saisonkampf nur 3 Bretter gegen die vollständig antretende Fünfte der listigen Bauern besetzen. Wir starteten also mit einem Minuspunkt.

Unser elfjähriger Ersatzspieler, Henri Rashoyan, dankte für die unerwartete Nominierung mit einem umsichtigen und disziplinierten Spiel an Brett 4. Bevor er eine Figur anfasste, setzte er sich gemäß früherem Ratschlag von Uwe Claussen auf beide Hände, dachte über mögliche Kandidatenzüge nach und zog dann nach sorgfältiger Abwägung. Durch dieses Vorgehen traf er zumeist die richtigen Entscheidungen und schuf somit allmählich Schwächen in der gegnerischen Stellung. Diese Schwächen führten letztlich dazu, dass Henri ein Läuferschach geben konnte, wodurch der König auf ein Randfeld flüchten musste. Nach langem Nachdenken kam Henri dann die Erleuchtung, dass er mit einem seiner Türme dem König Schachmatt(!) sagen konnte. Er dachte aber vorher nochmals lange nach – denn er hätte ja vielleicht etwas übersehen können – und dann machte er diesen Turmzug, der zum 1:1 führte.

An Brett 3 baute Benjamin Roth sein routiniertes Spiel auf, mit dem er ebenfalls in Vorteil kam.

Zu den Details wollte ich Erkenntnisse nach Studium der von mir fotografierten Notation gewinnen, dies gelang mir allerdings nicht, da einige Zugnotierungen unverständlich waren. Deshalb sei hier nur gesagt, dass Benjamin gewann und uns zur Führung von 2:1 führte.

An Brett 1 konnte Can Radatz die Partie lange ausgeglichen halten. Aus meiner Sicht hatte Can zwischenzeitlich sogar trotz eines Minusbauern die bessere Aussichten aufgrund einer besseren Stellung. Die Besonderheit der Partie ergab sich dadurch, dass der Gegner wegen seiner schwierigen Stellungssituation ab einem gewissen Zeitpunkt sehr lange über jeden Zug nachdachte, was anscheinend die Geduld von Can extrem strapazierte. Während sein Kontrahent lange und verzweifelt nach Lösungen suchte – und man spürte, dass dieser im Sinne seiner Mannschaft und seiner DWZ auf keinen Fall verlieren wollte – verließ Can immer häufiger sein Brett und wandelte durch alle Nebenräume, wahrscheinlich um seine Ungeduld in den Griff zu bekommen. Dies gelang ihm aber nicht, denn in dieser Situation dachte er nur noch ungenügend über die Absichten des Gegners und seine eigenen Möglichkeiten nach, was zu schwachen Zügen und letztendlich zum Verlust der Partie führte. Can sollte unbedingt zum nächsten Trainingsabend seine Notation mitbringen, um diese in seiner Trainingsgruppe analysieren zu lassen.

Der Mannschaftskampf endete also mit einem 2:2 und die Saison mit Tabellenplatz 2!