Schachfreunde Essen-Werden 1924/80 e.V.

Werden VI: Wertvoller Sieg dank Frauen-Power & Jugend-Elan

Jürgen Schützdeller

Heute war ein Auswärtsspiel angesetzt, und zwar bei der 3. Vertretung der „Lustigen Bauern“ in Altendorf. Wieder einmal mussten wir auf 2 Stammspieler verzichten, zudem durfte „Käpt’n Rudi“ nicht mehr eingreifen. Dennoch bekamen wir eine schlagkräftige Truppe zusammen.

Das Duell begann leider gleich mit einem Dämpfer: Jürgen Schützdeller geriet am Spitzenbrett bei eigenem Raum- und Tempovorteil in eine Reihe taktischer Verwicklungen und büßte letztlich 2 Bauern im Zentrum ein, wonach die Stellung nicht mehr zu halten war. Besser machte es Harri Tödtloff an Brett 2 mit Schwarz. Er kam gut aus der Eröffnung – jedoch spielte auch sein Gegner einen soliden Stiefel, so dass nach Abtausch fast aller Figuren sich beide auf ein remis verständigten.

Ebenfalls Unentschieden endete die Partie von Mohammad Setayesh, indes wurde hier von beiden Seiten mit offenem Visier gekämpft. Aus starker Position heraus lehnte der Werdener zunächst ein Remisgesuch rigoros ab, konnte seinen Vorteil aber nicht weiter ausbauen. Nach einigem Hin und Her lenkte er dann seinerseits zum remis ein. Den ersten Treffer für uns markierte Venice Barthelmes am vierten Brett, die eine virulente Schwäche auf f3 präzise auszunutzen verstand. In der Folge erhöhte sie sukzessive den Druck auf den König, wobei ihr schnell eine gegnerische Figur zum Opfer fiel und damit der Sieg in die Hände.

Einen weiteren wertvollen Punkt steuerte Jakob Peitsch am 6. Brett bei. Sein ebenfalls juveniler Kontrahent spielte durchaus nicht schlecht, aber Jakob agierte über das ganze Spiel völlig ruhig und abgeklärt. Sein konsequent fortgesetztes Druckspiel zahlte sich später materiell in einer „Qualität“ aus, wonach er sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen ließ.

Nach dem schönen 3:2 musste die Gesamtentscheidung am dritten Brett fallen! Der Altendorfer zeichnete sich gleich durch 2 sehr hohe Werte aus: DWZ und Alter (91 Jahre), was Daniela Claussen jedoch nicht sonderlich beeindruckte. Sie kam aus der Larsen-Nimzo-Eröffnung gut heraus und realisierte nach rund 40 Zügen 3 Mehrbauern, wobei nur noch die Damen sowie zwei ungleichfarbige Läufer im Spiel waren. Doch wer dachte, das war’s dann wohl, hatte den alten Fuchs unterschätzt: Nach Eindringen in die Königsstellung traktierte er Daniela mit permanenten Schachgeboten und Mattdrohungen und gewann peu à peu die 3 Bauern zurück. Als die Damen verschwanden war die Partie eigentlich „tot remis“, doch ein fataler Lapsus bescherte der Werdenerin den Gewinn.

Damit steht die 6. Mannschaft der Schachfreunde Werden in der Tabelle der Kreisliga aktuell auf dem dritten Platz und kann, bei nur einem Punkt Rückstand auf die beiden Spitzenreiter, noch aus eigener Kraft aufsteigen. Schöner Nebeneffekt: Der Sieg gegen SCLB III hilft auch direkt unserer 7. Vertretung bei ihrem Ziel des Klassenerhalts.